5 Wochen vor Rom (kreisen die Gedanken nur so rum)


5 Wochen vor Rom bin ich weit davon entfernt einen Marathon laufen zu können.

Zurzeit stelle ich mir immer wieder die Frage, wie ich das anstellen soll. Wie kann ich jetzt noch fit genug werden. Fit genug für einen Marathon.

Aber von Anfang an:

1.       Immunsystem scheint geschwächt zu sein. Immer wieder Erkältungssymptome, schlapp, kein Bock auf nichts.

2.       Ischias; Schmerzen bis zur Unbeweglichkeit

Zu 1.

Fit & healthy ist kein notwendiges Übel sondern eine Lebenseinstellung, die sogar Spaß machen kann und man alles daran setzen sollte, wirklich Spaß daran zu haben.

Keine Ahnung warum, gestern Abend kam das große Umdenken in meinem Kopf. Es hat wirklich „klick“ gemacht.

Warum möchte ich unbedingt Marathon laufen?

Warum möchte ich unbedingt 15 kg abnehmen?

Warum funktioniert es einfach nicht?

Warum bin ich ständig krank?

Und muss ich überhaupt all diese Ziele erreichen? Wofür?

Ich bin jetzt 42, werde wohl nie auf dem Treppchen stehen. Fakt ist aber auch Bewegung macht mir Spaß und Ziele motivieren mich.

Aber so bald es mal wieder gut läuft und ich voll im Training bin, bekomme ich die nächste Erkältung, werde wieder zurückgeworfen und schaffe es nie, einen Marathon in der geplanten Zeit zu finishen. Dazu kommt die ständige Gewichtszunahme durch unkontrolliertes Essen bei Stress.

Wobei Stress sehr relativ ist.

Corona hat mich leider sehr aus der Bahn geworfen. 70 kg habe ich jetzt seit anderthalb Jahren und komme einfach nicht runter.

Und jetzt kommt auch noch 2. hinzu.  Im September bin ich in Berlin noch den Marathon gelaufen; Anfang Oktober in Köln den Halbmarathon. Aber in Berlin hatte ich schon gemerkt, irgendetwas stimmt nicht. Im Oktober lag ich dann wochenlang flach. Ich habe den ganzen Winter kaum Sport gemacht und dann machte sich immer mehr der Ischias bemerkbar.

 

Also blieb mir nichts anderes übrig als:

 

Termin bei der Osteopathin wegen Problemen mit dem Ischias (Selbstdiagnose)

 

Nach dem Anamnesegespräch war schon klar, dass meine Selbstdiagnose „leider“ richtig war.

Da waren wir uns sehr schnell einig.

Leider, weil es echt schmerzhaft ist und lange braucht, bis es richtig ausgeheilt ist. Aber andererseits auch zum Glück, da es kein Bandscheibenvorfall ist oder etwas anderes womit ich hätte zum Arzt gehen müssen und im schlimmsten Fall operiert werden müssen.

Und, meine Güte, was damit alles zusammenhängt. Der menschliche Körper ist ein Meisterwerk. Das vergessen wir leider viel zu oft. Wir wissen dieses Meisterwerk nicht zu schätzen und betreiben regelrecht Raubbau an uns selbst.

Es ist echt spannend zu sehen und von der Osteopathin zu hören, wie das alles zusammenhängt bzw. warum der Nerv nervt, wie es dazu kam und warum er keine Ruhe gibt…

Ich bin immer noch total begeistert von dieser ganzheitlichen Perspektive.

Im Anamnesegespräch stellten wir fest, dass ich sehr rechtslastig „kaputt“ bin. Habe einen Beckenschiefstand, rechts steht das Becken einen Daumen dick höher als links, rechts habe ich „Knubbel“ im Nacken, also richtig heftige Verspannungen, links auch, aber nicht so extrem.

Außerdem steht wohl eine Seite höher als die andere, ein Knochen steht ab oder so. Konnte mir nicht alles genau merken, was sie gesagt hatte in der einen Stunde.

Meine Brustwirbelsäule und Halswirbelsäule ist sehr unbeweglich weil die Muskulatur verspannt ist und deshalb arbeitet eigentlich bei jeder Bewegung des Rückens nur die Lendenwirbelsäule; kein Wunder, dass die Burnout bekommen hat. Dann noch der tolle Bürojob; also sitzende Tätigkeit; miese Körperhaltung; die letzten zwei Monate kein Ausgleich durch Sport;

Wobei wohl auch eine Rolle spielt, dass ich mal eine Entzündung unter dem Fuß hatte (Plantarfaszie) und ich unbewusst eine Schonhaltung eingenommen habe. Während der ganzen Läufe und auch im Alltag. Selbst als es schon wieder ok war.  Das hat wohl auch so viel Energie geraubt, dass ich beim letzten Marathon keine Leistung bringen konnte und nicht wusste warum. Mir ging es doch gut.

Die Behandlung fing deshalb im Fuß an. Hätte sie es mir nicht so großartig und ausführlich erklärt, wäre ich wahrscheinlich wieder gegangen. Ich hatte Schmerzen im Popo und Rücken. Was macht die dann an meinem Fuß.

Aber es klang alles sehr logisch.

Sie bewegte den Fuß etwas, verglich es mit dem anderen. Zack, der ist unbeweglicher als der linke. Erste Baustelle gefunden. Erste Hausaufgabe bekommen. Fuß dehnen und mit Faszienrolle bearbeiten.

Dann sollte ich die Beine aufstellen und die Knie zur Seite fallen lassen. Links kein Problem, rechts … ich möchte nicht drüber reden. Eisenbahnschienen sind flexibler.

Nächste Hausaufgabe, diese Übung als Dehnübung regelmäßig machen.

So ging es weiter. Mein ganzer Körper eine Baustelle. Rechts unflexibler als links. Alles verspannt. Ich bekam eine Hausaufgabe nach der anderen. 


 

Am nächsten Tag stellte ich fest, dass ich insgesamt mit allen Dehnübungen und den Übungen mit den Faszienrollen gut eine Stunde beschäftigt bin. Aber was bleibt mir anderes übrig. Ich möchte mich wieder vernünftig bewegen können. Im Alltag und auch beim Laufen. Wieder Spaß an der Bewegung haben. Und im März in Rom den Marathon laufen. Und noch viele weitere.

Mittlerweile ist mir einiges klar geworden. Es spielt alles zusammen. Es ist ein großes Ganzes. Nur Laufen macht noch keinen Läufer. Kein erfolgreicher Sportler trainiert nur seine Sportart. Es ist ein Zusammenspiel aus Training, Erholung, Ernährung und mentale Gesundheit.

 

Und genau diese Zusammenhänge versuche ich nun für mich in meinem Trainings- und Ernährungsplan umzusetzen. Und dabei nicht zu viel von mir zu verlangen. Auf meinen Körper zu hören und mich selbst nicht aus den Augen zu verlieren. UND: ganz viel Spaß zu haben.

 

 

 

 

 

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